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1. Teil: Ähmm!

Als Félix Fénéon im Jahre 1906 den Figaro verlässt (dem er nur zwei Jahre angehört hat), um beim Matin seine Rubrik »Nachrichten in drei Zeilen« zu beginnen, hat er erst ein schmales Bändchen veröffentlicht: Die Impressionisten im Jahre 1886, dessen Auflage gerade 277 Exemplare beträgt. Ein Roman, der in der Libre Revue vom Dezember 1883 angekündigt wurde, ist niemals erschienen. Mundtot gemacht vom eigenen Titel, beschränkt er sich auf die Inhaltsangabe: »Die Dame mit dem Maulkorb, ein psychologischer Roman. 1. Teil: Ähmm! - 2. Teil: Zwei violette Schmetterlinge setzen sich auf den Jochbeinmuskel von Jacqueline. - 3. Teil: Das Bett von Paul Sa. - 4. Teil: Der scheele Blick des schamlosen Drogisten.« […] Das Wesentliche ist gesagt. Der große Schweiger war es sich schuldig, Die Dame mit dem Maulkorb zwar anzukündigen, aber nicht zu schreiben.

Aus: Patrik und Roman Wald Lasowski, Der weiße Neger, in: Félix Fénéon, 1111 wahre Geschichten, Frankfurt a.M. 1993, S. 189-222: S. 189.

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